Zulassung von neuen Domains

Die Internet-Verwaltung ICANN will künftig neue Endungen für Web-Adressen zulassen. Nach jahrelanger Diskussion setzt die ICANN die bislang größte Ausweitung des Adressraums in der Geschichte des Internets um. Die nicht-kommerzielle Organisation beschloss 2011, beliebige Wörter als Top Level Domains (TLD) zuzulassen. Ein historischer Schritt.

1930 Bewerbungen für Top Level Domains (TLD) seien eingegangen, sagte ICANN-Chef Rod Beckstrom am Mittwoch in London. Im Januar begann die Bewerbungsphase. Die Einführung und Vergabe neuer TLDs wird führend von der ICANN geregelt. Ab Juli werden die Anträge auf die erforderlichen Anforderungen geprüft. Ab Dezember will die Organisation dann erste Ergebnisse veröffentlichen. Und spätestens Anfang 2014 sollen die ersten Adressen mit den neuen Endungen ans Netz gehen. Der Aufwand  mit der Zulassung Hunderter neuer Top Level Domains ist groß, aber das heißt auch: Mehr Vielfalt im Namensraum.

Auch deutsche Unternehmen wollen sich ihren eigenen Platz im Netz sichern, darunter beispielweise Volkswagen und Lidl. Zudem wollen Berlin, Bayern und Hamburg eine eigene Endung.“ Innerhalb eines Jahres könnten bis zu 1000 neue Endungen online verfügbar sein“, sagte Beckstrom: “Das Internet wird sich für immer verändern.“

Aktuell gibt es neben den mehr als 200 länderspezifischen Endungen wie .de für Deutschland  nur rund zwei Dutzend TLD,  wie z.B.  .com, oder .info.
Unter den vielen internationalen Bewerbern findet man Unternehmen wie Apple, Microsoft, Fiat, Samsung und Zara. Grundsätzlich kann jede Firma oder Institution eine Adress-Endung beantragen. Allerdings liegt allein die Bewerbungsgebühr bei etwa 150.000 Euro.

Nordamerikas Unternehmen und Organisationen sind am stärksten vertreten: 911 Anträge. Europa mit 675,  aus dem asiatischen-pazifischen Raum 303, aus Lateinamerika 24 und vom afrikanischen Kontinent kommen 17 Bewerbungen. Zusätzlich sind geografische Endungen wie Barcelona, Kapstadt, Melbourne oder Tokio sind dabei. Aber auch universelle Begriffe wie auto, hotel, berlin, baby oder reise wurden beantragt. Auch ungewöhnliche Endungen stehen auf der Liste: Google wünscht sich z.B. die Abkürzung «lol».

Für viele Nutzer, Markeninhaber und Gewerbetreibende sind die Möglichkeiten für eine gute Präsenz im Netz inzwischen knapp geworden – die Zulassung der neuen Web-Adressen soll den Gestaltungsrahmen deutlich erweitern, d.h. mehr Spielraum, mehr Rechte. Natürlich aber bestehen für viele auch kommerzielle Interessen.

Hoffen wir, dass diese Adressen-Ausweitungen in Zukunft einiges erleichtern werden und im Ergebnis das Internet nicht noch unübersichtlicher machen.

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  1. Die spannende Frage wird auch sein, wie sich die neuen Top-Level-Domains auf Suchmaschinen auswirken werden. Gibt’s da schon Infos bzw Pläne von Google dazu?

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