Native Apps und Webapps haben jeweils ihre eigenen Vor- und Nachteile. In diesem Artikel beschäftigen wir uns mit den Einzelheiten der beiden App-Varianten. Die Frage, welche Entwicklungsstrategie die Beste ist, lässt sich so nicht beantworten. Vielmehr sollte sich das Entwicklerteam die Frage nach der Zielgruppe, den benötigten Funktionen und auch dem Budget stellen.

Gegenüberstellung Webapp und Native App

Bild: Web-App vs. Native App

Native Apps

Native Apps sind betriebssystemkonforme Programme, die auf dem Endgerät lokal gespeichert und geladen werden. Das setzt voraus, dass die App im jeweiligen App-Store eingestellt und vom Store angenommen wird. Für das Installieren der App ist dann ein kleiner Aufwand nötig. Der Nutzer muss den entsprechenden Store besuchen und die App heraussuchen, um diese auf dem Gerät zu installieren.

Ein großer Vorteil bei nativen Apps ist, dass diese auf viele APIs zugreifen können. So hat die native App die Möglichkeit auf verschiedene Funktionen oder Hardware wie z.B. Ortung, Gyroskop oder anderen Sensoren zurückzugreifen, auch die Ansteuerung von Systemfunktionen wie Akkuladestand oder CPU-Auslastung sind möglich.

Die Entwicklung einer nativen App ist vergleichsweise nicht die günstigste Variante, denn Programmierer mit Kenntnissen in Sprachen wie C sind nötig. Zusätzlich muss für jedes Betriebssystem eine eigene Umgebung genutzt werden, z.B. XCode für iOS Anwendungen oder das Android SDK für Android-Apps. Da die verschiedenen Plattformen unterschiedliche Nutzerschnittstellen bereitstellen, können Probleme bei der Adaptierung entstehen, die häufig Anpassungen erfordern.

Auch die Pflege nativer Apps gestaltet sich kompliziert. Updates müssen im Store übermittelt und abgenommen werden, häufige Bugfixes und Sicherheitsupdates sorgen für zusätzlichen Aufwand. Hinzu kommt, dass der Nutzer den Zeitpunkt selbst festlegt, wann er die App über den jeweiligen Store updaten möchte.

Pro Native App:

  • Optimale Verwendbarkeit von Hardware und Systemfunktionen
  • Sehr gute Performance
  • Apps funktionieren offline

Contra Native App:

  • Plattformübergreifendes Angebot schwierig
  • Entwicklung und Pflege ziemlich aufwändig

Webapps

Moderne Endgeräte, wie Tablets und Smartphones, bieten gute Webbrowser, auf denen es möglich ist eine Menge Technologien anzuwenden. Interaktive Bedienelemente, das Verwenden von Bild- und Tonelementen und weitere Funktionen sorgen für eine starke Basis, die für viele Projekte schon vollkommen ausreichen.

Wie schon bei den nativen Apps beschrieben ist es, sofern es bei den Web-Technologien bleibt, möglich, die App auch mit Web-Entwicklern zu programmieren, da keine Sprachen wie C oder Java benötigt werden.

Der große Vorteil bei einer Webapp ist, dass die App für mehrere Plattformen gleichzeitig angepasst werden kann. Die Updates werden auf einen Server aufgespielt und sind in Echtzeit verfügbar. Webapps eignen sich also vor allem immer dann, wenn die App häufige Inhaltsaktualisierung erhalten soll.

Pro Webapp:

  • Webentwickler können beim Projekt mitwirken
  • Günstigere Entwicklung
  • Nahezu komplette HTML5- und CSS3-Palette verfügbar
  • Updates in Echtzeit

Contra Webapp:

  • Muss in einer Browser-Anwendung gestartet werden
  • Häufigere Bugs und Darstellungsfehler als bei nativer App
  • In der Regel Internetverbindung nötig
  • Performance nicht optimal
  • Eingeschränkter API Zugriff

Hybride Apps

Es muss in der Planung entschieden werden, welcher App-Typ für ein Szenario geeignet ist. Manchmal ist es auch sinnvoll eine Mischung aus beidem zu verwenden. Dann spricht man von einer Hybrid-App, bei der eine native App einen Container oder auch Rahmen mitbringt, welcher flexibel Webinhalte laden kann.

Mit dieser Methode sichert man sich den Zugriff auf die API und ermöglicht eine gute Updatemöglichkeit. Es werden also Vorteile aus beiden Methoden kombiniert, allerdings entstehen dadurch auch erneut Nachteile wie Performance Einbußen oder Lade- bzw. Darstellungsfehler, wenn das Endgerät über keinen aktiven Internetzugang verfügt.

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