Scrum ist ein Vorgehens-Framework im Bereich des Projektmanagements. Ursprünglich wurde es für die agile Softwareentwicklung entworfen, ist unabhängig davon aber vielseitig einsetzbar. Ziel ist eine effektive wie effiziente und transparente Arbeitsweise. Die Werte der agilen Softwareentwicklung wurden in einem „Agilen Manifest“ festgehalten.

Das „Agile Manifest“ in 12 Thesen

  • Die Zufriedenstellung des Kunden steht im Vordergrund und wird durch eine frühe wie regelmäßige Auslieferung wertvoller Software unterstützt
  • Durch agile Prozesse können Anforderungsänderungen unproblematisch in jedem Entwicklungsschritt übernommen werden, um einen Wettbewerbsvorteil für den Kunden zu generieren
  • Beständigkeit durch regelmäßige Softwarelieferungen in kurzer Zeit
  • Experten und Entwickler arbeiten täglich zusammen
  • Motivation aller Mitarbeiter durch die Arbeit in einem positiven Umfeld sowie Bereitstellung von Unterstützung und Vertrauen
  • Nach Möglichkeit persönliche Gespräche für die Übermittlung von Informationen
  • Die Funktionsfähigkeit der Software misst den Fortschritt eines Projekts
  • alle Beteiligten arbeiten in einem gleichmäßigen Tempo und fördern die nachhaltige Entwicklung
  • Ständige Kontrolle der technischen Exzellenz und des guten Designs
  • Einfachheit ist essenziell
  • Teams schaffen selbstorganisiert die besten Architekturen, Anforderungen und Entwürfe
  • Regelmäßig wird reflektiert, wo Optimierungsbedarf besteht – und das Verhalten entsprechend geändert

Ablauf eines Scrum

Der Project Owner ist der Leiter im Entwicklungsteam. Er erstellt das Product Backlog, also eine Liste aller Anforderungen geordnet nach Priorität. Dies ist keine einmalige Arbeit, sondern ein Prozess, der während der gesamten Laufzeit des Projekts stetig stattfindet.

Das Projekt ist in unterschiedliche Sprints unterteilt, zu deren Beginn jeweils ein Sprint Planning Meeting stattfindet. In diesem werden alle Maßnahmen im festgelegten Zeitraum definiert. Während des Sprints werden alle nötigen Maßnahmen durchgeführt und protokolliert. So hat jeder den Überblick und weiß um die Fortschritte. Zusätzlich werden im Daily Scrum, einem täglichen, kurzen Meeting, die Fortschritte, Probleme und nächsten Schritte besprochen. Nach jedem Sprint findet ein Sprint Review Meeting statt, in dem die Ergebnisse allen beteiligten vorgestellt werden. Dadurch ergibt sich während des laufenden Projekts bereits die Möglichkeit, Abläufe und Prozesse bei Bedarf zu optimieren. In der Retrospektive lässt sich nach Abschluss eines Projekts beurteilen, wie es insgesamt gelaufen ist und ob es Verbesserungsmöglichkeiten für die Zukunft gibt.

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Bildquelle: verlaciudad@Flickr / Lizenz: CC BY-SA 2.0

Pro Scrum

Die Arbeit mit Scrum bietet in Bezug auf Arbeitsabläufe und Transparenz viele Vorteile. Die folgende Auflistung gewährt Ihnen einen Einblick.

  • durch die Unterteilung der Arbeitsphasen in Sprints werden Abläufe übersichtlicher gestaltet
  • Erleichterung des gesamten Projektablaufs durch die genaue Definition sämtlicher Teilschritte
  • Effizienteres Arbeiten durch gezielte Aufgabenstellungen
  • Regelmäßiger Austausch und Reflexion durch Meetings: „Daily Scrum“, „Review Meeting“
  • Regelmäßiges Feedback des Kunden in den Testphasen
  • Gute Dokumentation der Teilschritte
  • Ständiger Einblick in den aktuellen Status der einzelnen Aufgaben und somit des Gesamtprojektes
  • Vollständige Transparenz für alle Beteiligten
  • Kontinuierliche Optimierungen im Prozessablauf möglich

Contra Scrum

Wo Vorteile sind, gibt es auch Nachteile. So ist es auch in diesem Fall. Im Folgenden haben wir die für uns größten Nachteile zusammengefasst.

  • Funktionen sind zu Beginn des Projektes noch nicht vollständig definiert
  • Problematik in der Angebotserstellung: durch agile, flexible Arbeitsweise Änderungen der Aufwände und Kosten möglich
  • Mögliche Komplikationen beim Eingreifen in bereits festgefahrene Prozesse und Rollen
  • Arbeit in Projektteams erst bei einer gewissen Unternehmensgröße sinnvoll
  • Regelmäßiges Feedback vom Kunden nicht immer möglich
  • Eigenorganisation der Mitarbeiter kann zu Verunsicherung und Chaos führen
  • Teilweise sehr hohe administrative Anforderungen

Fazit

Insbesondere nach Gegenüberstellung der Vor- und Nachteile wird deutlich, dass ein idealtypischer Scrum verhältnismäßig unwahrscheinlich ist. Es lohnt sich jedoch, den Ablauf eines Scrum auf die eigenen Verhältnisse anzupassen und so viele Vorteile wie möglich zu generieren.

Anna-Lena Schrader, Entwicklerin bei ISEO, über Scrum: „Scrum beinhaltet viele sinnvolle Elemente, die den Projektablauf um einiges verbessern können, allerdings ist auch nicht alles in der Realität umsetzbar. Das ganze Team und auch die Kunden müssen für eine Arbeitsweise wie diese am selben Strang ziehen.“

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