Mit dem Aufstieg der Mobile Devices wurde schnell deutlich, dass klassisches Webdesign nicht mehr ausreicht. Designs, die für Desktop-Auflösungen optimiert sind, sind auf Smartphones oder Tablets oft unhandlich und unübersichtlich. Diverse Ansätze wurden gesucht, um mit diesem Problem umzugehen, darunter auch das responsive Design. Hierbei werden Seiten so entwickelt, dass sie sich dynamisch an die Auflösung des Gerätes anpassen. Hierbei ist zwar ein Mehraufwand in Konzeption und Gestaltung zu erwarten, aber in der technischen Umsetzung ist dies besser als individuell Seiten für Desktop, Mobil, etc. zu erstellen.

Umsetzung eines responsive Designs

Responsive Designs basieren in ihrer Umsetzung insbesondere auf den Media Queries, einem CSS3-Konzept, welches es erlaubt, Teile des Codes nur auszuführen, wenn bestimmte Bedingungen, zum Beispiel eine bestimmte Auflösung, erfüllt sind. Erfahrene Web-Designer können nun ein eigenes Grid-System für ihre Seite schreiben, aber alternativ könnte man auch zu einem der diversen Frameworks greifen, die bereits existieren. Im Folgenden werden beide Varianten vorgestellt.

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Bildquelle: Serge Kij@Flickr / Lizenz: CC BY 2.0

Vorteile von Frameworks

Frameworks können diverse Schritte in der Erstellung einer Website erleichtern oder weniger zeitintensiv machen. Verschiedene Komponenten, die im Framework enthalten sind, sind speziell auf den Aufbau einer responsiven Website ausgerichtet. Diverse Vorteile sind mit dem Nutzen eines Frameworks verbunden, unter anderem ermöglichen die Foren der Entwickler oft den Austausch mit anderen Nutzern, die bei Problemen und Fragen nicht selten schneller helfen können als der offizielle Support. Des Weiteren werden Frameworks von ihren Entwicklern durch Updates supportet, wobei dies, abhängig von der Qualität der Updates, durchaus auch nachteilig sein kann. Einer der Hauptvorteile von Frameworks ist wohl die Wiederverwendbarkeit, die sie mit sich bringen. Die Grundlagen lassen sich bei jeder Website, die man erstellen will, erneut einsetzen, was sowohl in der Planung wie auch der Umsetzung eine positive Auswirkung auf die Dauer hat. Frameworks haben außerdem oft integrierten Support für ältere Browser, was sich oft als nützlich erweist, insbesondere im Bereich des Internet Explorers. Zu guter Letzt machen Frameworks den Übergang von einem Entwickler zum Nächsten einfacher, da sich nur in das Framework eingearbeitet werden muss, nicht in eine kryptische code base, die über Jahre hinweg ständig ausgebaut wurde. Es sei noch bemerkt, dass viele Frameworks die Wahl lassen, ob ein CMS genutzt wird oder nicht.

Nachteile von Frameworks

Frameworks haben oft vorbestimmte Wege, bestimmte Dinge zu erreichen. Dies kann mitunter dazu führen, dass sich verschiedene Seiten ähneln. Da Frameworks oft von etlichen Entwicklern verwendet werden, besteht die Gefahr von sehr generischen Websites ohne eigenen Stil. Auch die Updates sollten hier noch einmal angemerkt werden. Langsame Updatezyklen können bedeuten, dass Bugs oder schlimmer, Sicherheitslücken, nur sehr selten behoben werden. Außerdem besteht die Gefahr, dass ein neues Update die Funktionsweise des Frameworks in einer Weise ändert, die erst nach Installation des Updates offensichtlich wird. Darüber hinaus erfordern Frameworks natürlich eine gewisse Einarbeitungszeit. Abhängig von der Qualität der Dokumentation und der Größe und Hilfsbereitschaft der Community kann diese sich sehr hinziehen. Im Großen und Ganzen überwiegen die Vorteile von Frameworks aber doch deutlich die Nachteile.

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Bildquelle: MRafizeldi@Wikimedia Commons / Lizenz: CC BY-SA 3.0

Selbstgeschriebener Code

Selbstverständlich kann man, wie so oft, auch auf Hilfsmittel wie Frameworks verzichten und die Website selbst responsiv designen. Hierbei ist insbesondere die Nutzung von Media Queries von Relevanz. Insbesondere für außergewöhnliche und spezialisierte Designs ist es nicht ausgeschlossen, dass ein Framework mehr Umwege erfordert als ein von Grund auf geschriebener Code. Auch gibt es den Vorteil, dass man jederzeit Änderungen einbringen kann, ohne dass man befürchten muss, dass zukünftige Updates Fehler verursachen. Allerdings hat dieser Weg auch diverse Nachteile. Allem voran steht wohl der erhebliche Aufwand, das gesamte System von Grund auf zu erstellen. Abhängig von der Qualität der ursprünglichen Planungsphase ist es auch möglich, dass das entstehende System nur für sehr spezielles Design nützlich ist und für künftige Projekte von vorne begonnen werden muss. Und zu guter Letzt kann es sein, dass, aufgrund mangelnder Dokumentation, ein neuer Entwickler sehr viel Zeit investieren muss, um die Strukturen des Codes zu durchschauen.

Fazit

Zum Schluss bleibt nur zu sagen, dass für responsives Design das gleiche gilt, wie für viele andere Situationen im Beruf und auch im Leben allgemein. So früh wie möglich in der Planungsphase sollte Zeit investiert werden, um das passende Werkzeug für den Auftrag zu wählen. Das kann ein bewährtes Framework sein oder ein komplett eigenständig geschriebenes System, beide Wege haben, wie hier aufgezeigt, ihre individuellen Vor- und Nachteile.

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