Da musste sich der ehemalige Handy-Weltmarktführer Nokia etwas einfallen lassen. Ist es möglich der Technologieführer bei Online-Stadtplänen und -Landkarten zu werden, nachdem man die meisten Marktanteile im Mobilgeräte-Sektor verloren hat?

Der Startschuss war sicher die Übernahme des Kartenspezialisten Navteq im Jahre 2007 für rund acht Milliarden Dollar, dann vor kurzem nun der Erwerb der US-Firma Earthmine, ein Unternehmen, das sich auf 3D-Straßen-Ansichten spezialisiert hat. Und inzwischen der Wunsch,  sich die Pool-Position im Bereich der Geo-Software zu erstreiten. Schon ein direkter Angriff auf die Konkurrenz, denn unter dem Markennamen “Here“ soll es auch bald Apps für die Smartphones der Mitbewerber geben.

In San Francisco kündigte der Nokia-Konzernchef Stephen Elop die neue Online-Kartenplattform an, die nicht nur mit dem Android-System von Google, sondern auch auf den iPhones von Apple laufen soll. Werkzeuge für Entwickler, mit denen Apps programmiert werden können die auch auf Nokia-Karten zugreifen, sollen schon vorhanden sein.

Aber das Geschäft mit der Geo-Software ist nicht einfach. Apple startete vor einigen Wochen seine eigenen ersten Apple-Karten für IPhone und iPad – diese wurden jedoch von den Usern recht negativ beurteilt – zu viele Mängel, zu wenig Information. Apple Konzernchef Cook hat sich entschuldigt und die Anwendungs-Mängel werden bereits beseitigt.

Und was tut Nokia? Da eine mobile Version von “Here“ geplant ist, findet das Open-Source-Projekt Mozilla bei der Entwicklung des unabhängigen Smartphone-Betriebssystems namens Firefox OS, wichtige Unterstützung durch das finnische Unternehmen.

Auch Microsoft arbeitet im Bereich der Kartendienste mittlerweile zusammen. In einer engen Partnerschaft kooperieren die beide Unternehmen nicht nur miteinander, sondern auch die “Bing-Maps“ und die “Nokia Maps“ sind inzwischen zusammengewachsen.

Beim OpenStreetMap-Projekt (OSM) geht es im Gegensatz zu Nokia, Google und Apple nicht um Kommerz. Über eine halbe Million Freiwillige steuern weltweit die von Ihnen erfassten Geo-Daten bei und bilden somit die Grundlage für den Datenbestand von vielen Geo-Anwendungen für die unterschiedlichsten mobilen Plattformen.

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