Nun will auch Google in den lukrativen Shop-Siegel-Markt einsteigen: Mit dem Slogan „Shop with confidence around the web“ („Kaufe mit Vertrauen im Internet ein“) tritt das Unternehmen an die Seite anderer Shop-Siegel Anbieter. Doch steht dem Onlinehandel nun eine Eroberung durch den mächtigen Neueinsteiger bevor oder bleibt alles wie beim Alten?

Ein Siegel mit besonderen Auswirkungen

Im Prinzip hat Google nichts Neues erfunden, es ist nur in einen schon bestehenden Markt mit eingestiegen. Der Konzern bewertet mit dem sogenannten „Google Trusted Stores“-Siegel nun Online-Shops, wie ebenfalls andere Shop-Siegel, nach technischen und sicherheitsrelevanten Kriterien. Doch im Vergleich zu den bisherigen Shop-Bewertern hat Google einen Vorteil: Es hat eigene Suchmaschinen-Tools wie Google Products oder Adwords, die weltweit genutzt werden. Das könnte bedeuten, dass nur Shops, die auch das Google-Siegel besitzen, in diesen Tools angezeigt werden. Zudem könnte es passieren, dass Webseiten mit dem Shop-Siegel von Google gegenüber Siegellosen Seiten Vorteile erhalten und in Googles Suchergebnissen besser platziert werden. Doch das sind bis jetzt nur Vermutungen wie Google mit seinen vorhandenen Möglichkeiten umgehen könnte.

Was man weiß ist, dass bei der Bewertung der Online-Shops besonders auf die Qualität der  Lieferung (Pünktlichkeit, Schnelligkeit) und des Kundenservices (schnelle, zufriedenstellende Bearbeitung von Kundenanliegen, relativ wenig Kundenprobleme) geachtet werden wird. Dabei zeigt das Siegel beim Anklicken die Noten (A oder A+) der Shop-Bewertung und gibt die Prozentangaben der Service- und Versandkriterien wieder.

Außerdem bietet Google registrierten Nutzern der „Google Trusted Stores“ die Option des Käuferschutzes. Hierbei handelt es sich um eine Versicherung von bis zu 1000 $, die in Fällen wie einer klar überzogenen Lieferzeit oder der Nichteinhaltung von Rückgabebedingungen einer Webseite, greift.

Das gegnerische Lager bleibt entspannt

Wie andere Siegel-Anbieter, wie Datenschutz Cert GmbH (IPS Siegel) oder der TÜV Süd (Safer Shopping- Siegel) aussagten, wird das Google-Siegel nur Online-Shops bewerten, was schon mal eine große Reduzierung des Marktes ist. Dazu kommen noch die Datenschutzrechte, die Google mit der regelmäßigen und intensiven Überprüfung der Webseite verletzt. Auch viele Online-Shop-Anbieter sind gegen solche Datentransfers und melden jetzt schon Widerstand. Obwohl man damit rechnen muss, dass es eine bessere Rankingposition mit dem Google-Siegel erreicht werden kann, würden sich Firmen, wie Otto, weigern diese auf Kosten des Datenschutzes zu erhalten.
Doch auch Positives kommt dem neuen Siegel zu Gute. Für kleine Onlinegeschäfte ist das Google-Siegel eine willkommene Alternative zu den großen Siegeln.

Die Chancen stehen gut für Google

Da die Meinung über den mächtigen Neueinsteiger so gespalten ist und der Umgang mit dem „Googles Trusted Stores“- Siegel entscheidend für den zukünftigen Onlinehandel werden sein, stellen wir hier einige Möglichkeiten zur Schau, wie der Markt auf den Herausforderer reagieren könnte:

  • Die Einführung des Siegels ist erfolgreich und wird von den Kunden angenommen. Dazu verbindet Google das Siegel mit seinen anderen Marketingtools, wie Google Products und Adwords, und findet so einen Weg in den Onlinehandel. Der daraus entstehende Konkurrenzkampf mit Amazon wirkt sich auf positiv auf die Produktpreise aus und schafft bessere Bedingungen für Käufer um diese zu gewinnen.
  • Google Trusted Stores wird erfolgreich eingeführt, aber Google steigt nicht in den Onlinehandel ein. Der Konzern nutzt seine Stärken und bietet zusammen mit seinen anderen Marketingtools ein Komplett-Paket für SEO an.
  • Das Siegel kann mit den anderen Shop-Siegeln nicht mithalten und etabliert sich nicht. Alle anderen Möglichkeiten können so nicht mehr ausgespielt werden und die Situation im E-Commerce bleibt nach wie vor unverändert.
SHARE ONShare on FacebookTweet about this on TwitterGoogle+