Facebook teilte gestern (Ostermonatg, d. 9.4.12) mit, dass es eine Übernahme des amerikanischen Unternehmens Instagram gebe – wohl die größte Übernahme der Firmengeschichte. Instagram, gegründet  im Oktober 2010, ein in San Franzisco ansässiger Fotodienst für Smartphones, verkauft sich und seine populäre Foto-App, hat allerdings bisher kaum Umsätze erzielte.

Der Preis verwundert:
1 Milliarde Dollar (ca. 760 Millionen Euro) – und das für ein Mini-Unternehmen mit tatsächlich nur einem Dutzend Mitarbeitern. Nicht grad ein Schnäppchen. Facebook wird den Preis in bar (Wie groß ist wohl die Geldbörse von Herrn Zuckerberg ?) und eigenen Aktien bezahlen. Der Kauf soll bis Juni über die Bühne gehen.

Auch drängelt der Facebook-Konzern seit Wochen seinen im Mai geplanten Börsengang voran. Sollte das soziale Netzwerk bei seinem Börsengang tatsächlich aber 100 Milliarden Dollar erlösen, würde es eines der größten Internetfirmen überhaupt. Es wird in der Lage sein sehr offensiv zu agieren. So leicht kann sich dem Unternehmen dann nichts mehr in den Weg stellen!

Mit dem Kauf von Instagram schluckt Facebook nicht nur einen Konkurrenten, sondern erwirbt eine Technologie von hoher Bedeutung. Mit diesem Schritt weicht Facebook jetzt von seinem üblichen Vorgang ab. Bisher kauften sie kleine Start-UP-Unternehmen und deren Technologie nur auf, um diese zu integrieren oder diese für Neueinstellungen ganz aufzulösen.

Ein Beispiel war im letzten Dezember das auf lokale Dienste spezialisierte soziale Netzwerk Gowalla, welches dann tatsächlich einige Zeit danach eingestellt wurde. Instagram wird aber weiter bestehen bleiben“, so Mitgründer und Chef Kevin Systrom im Firmenblog. Und Facebook Gründer Mark Zuckerberg schrieb in seinem Profil:„ Wir können nun noch enger mit dem Instagram-Team zusammenarbeiten“, aber „Viele weitere Käufe dieser Art planen wir, wenn überhaupt, nicht mehr.”

Instagram hatte mit simplen Mitteln und in kurzer Zeit recht viel Erfolg. Die Foto-App wurde in nur zwölf Stunden nach der Einführung mehr als eine Million Mal heruntergeladen Sie ermöglicht seinen Usern – weltweit bereits 30 Millionen – die von Ihnen produzierten Fotos mit Freunden und Bekannten auszutauschen und mit Kommentaren zu versehen. Die normale Smartphone-App wurde fast verdrängt. Vor allem der Retro-Look der Bilder kommt bei den Nutzern sehr gut an.
Apple wählte die Anwendung 2011 sogar zur iPhone -App des Jahres.

Mr. Zuckerberg ließ außerdem verlauten: „Das ist ein wichtiger Meilenstein für Facebook, weil wir erstmals ein Produkt und ein Unternehmen mit so vielen Nutzern gekauft haben.“ „Der Fakt, dass Instagram über Facebook hinaus mit anderen Diensten verbunden ist, ist ein wichtiger Teil der Erfahrung”, so Zuckerberg weiter. Das Unternehmen arbeitet z.B. auch mit Twitter zusammen.

Praktisch bezahlt Facebook beim Instagram-Kauf nun für jeden User etwa 33 Dollar. Sollte das soziale Netzwerk bei seinem Börsengang tatsächlich die geplanten 100 Milliarden Dollar erlösen, würden die Investoren weitaus mehr für jeden Nutzer zahlen.

Wenn man so hochrechnet, kommt einem der Preis nicht mehr ganz so irrwitzig vor. Also werden wir uns –  mal wieder –  überraschen lassen.

SHARE ONShare on FacebookTweet about this on TwitterGoogle+