Fast jeder kennt sie und ca. 75% der Deutschen sind darüber hinaus auch dort erfasst: Die SCHUFA. Ein privatwirtschaftlich organisiertes Wirtschaftsauskunfts-Unternehmen, bei denen z. B. Kreditinstitute, aber auch Vermieter von Immobilien, Anfragen bezüglich der Kreditwürdigkeit von Personen stellen können. Die Intention ist klar: Sicherheit vor Kreditausfällen auf der einen, Schutz der Verbraucher vor Überschuldung auf der anderen Seite. Jedes Jahr gehen bei dem Wiesbadener Unternehmen etwa 103 Mio. Anfragen ein.

Laut Angaben des Radiosenders NDR plant die Schufa zukünftig offenbar bei den sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter, Xing und ähnlichen gezielt Daten über deren Nutzer zu sammeln.

Vertreter der Schufa und des HPI (Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik der Universität Potsdam) hätten das Vorhaben bestätigt, welches besagt, dass zum 1. April 2012 ein Forschungsprojekt mit dem Namen „Schufa-Lab@HPI“ ins Leben gerufen wurde.  Dabei handelt es sich aber lediglich um „Grundlagenforschung“, die man zudem nach „höchsten ethischen Maßstäben“ forciert, so die Schufa-Vertreter. Vorstandsmitglied  Peter Villa erklärte, dass sein Unternehmen sich „durch wissenschaftlich fundierte Ergebnisse langfristig die Qualitätsführerschaft unter den Auskunfteien in Deutschland sichern“ wolle.

Die Schufa hat am HP-Institut Projektvorschläge entwickelt, in denen unter anderem die Kontakte von Facebook-Usern zur Datenerhebung herangezogen werden sollen, beispielsweise um Beziehungen zwischen den Personen zu untersuchen und so Verbindungen mit der Kreditwürdigkeit der Verbraucher zu finden.

Dem NDR liegen nach eigenen Angaben Unterlagen vor, aus denen hervorgeht, dass auch Daten aus beruflichen Netzwerken wie Xing, Personensuchmaschinen wie Yasni und Geodatendienste wie Google Streetview gewonnen werden könnten. Nachdem man diese dann mit eigenen Verbraucherdaten verknüpft hat, besteht die Möglichkeit sie “aus Business-Sicht zu bewerten“. Würde man zusätzlich die Textdateien analysieren, könnte sich überdies eine aktuelle Darstellung eines jeden Users darstellen. Ebenso könnte man so auch wichtige Adressen und/oder deren Änderungen gewinnen.

So können also demnach Millionen von Verbraucher mithilfe von Daten aus dem Internet durchleuchtet werden, um damit ihre Kreditwürdigkeit beurteilen zu können. Bestürzung und Entsetzen beim Daten- und Verbraucherschutz: Landesbeauftragter Thilo Weichert  warnte laut Sender “vor einer völlig neuen Dimension“, die Verbraucherzentrale Hamburg nannte diese Datenansammlung “höchst gefährlich“.

Die Schufa jedoch wolle mit dem Projekt lediglich einen “aktiven Beitrag zur Meinungsbildung und Sensibilisierung leisten“, „sei es durch die Veröffentlichung der Forschungsergebnisse in einer Studie oder Diskussion im öffentlichen Raum“.  Eine dementsprechende Veranstaltung ist für den September dieses Jahres geplant.

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