„Big Data“ beschreibt das schnelle Datenwachstum, das sich durch eine stetige Varianz auszeichnet und deren Analyse. Bereits 2011 wurden erstmals 1,8 Zettabyte Daten produziert! Prognosen zufolge wird sich das Datenvolumen alle zwei Jahre verdoppeln – umso wichtiger wird die Analyse dieser Daten. Davon betroffen sind alle Wirtschaftszweige, deren Datenauswertung Prozessoptimierungen und Produktinnovationen bedingen kann.

Gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft hat ds Fraunhofer Institut für Analyse- und Informationssysteme (IAIS) sich in einer Studie mit der Frage beschäftigt, welches Potenzial Big Data für deutsche Unternehmen in diesen Bereichen mit sich bringt und welche offenen Fragen und Hürden es aktuell gibt.

Die IDC hat 2013 eine Studie mit 282 Entscheidern aus den Bereichen Business und IT durchgeführt. Ziel war es, die aktuelle Big-Data-Situation in Unternehmen zu erfassen und über mögliche Zukunftspläne zu untersuchen.

Zum Profil von geralt

Bildquelle: SEO@Flickr/ Lizenz: CC BY-SA 2.0

Big Data Studie – Fraunhofer Institut

Im Rahmen der Online-Befragung gaben 82 Entscheider aus kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) sowie Großunternehmen verschiedener Branchen einen Einblick in ihren Umgang mit Big Data.

Das Projekt steht auf drei Säulen: neben der internationalen Recherche zu Big Data umfasst die Studie eine Online-Befragung sowie Workshops.

Die Ziele, die durch richtiges Big-Data-Management erreicht werden können, variieren je nach Wirtschaftssektor. Im Handel stehen beispielsweise Umsatzsteigerung und Kosteneinsparungen vorne, bei Banken und Versicherungen das Erkennen von Compliance-Problemen.

Zu den Aufgabengebieten für Big-Data-Anwendungen zählen

  • Marktmonitoring
  • Mitarbeitergewinnung
  • Produktverbesserung
  • Produktinnovationen
  • Personalisierte Produktempfehlung
  • Absatzprognose
  • Risikoabschätzungen

Ergebnisse der Big Data Studie vom IAIS

Insgesamt wird deutlich, dass das Potenzial von Big Data allgemein bekannt ist. Die Ziele, die mit dem Einsatz von Analysetechniken angestrebt werden, unterscheiden sich branchenbedingt. Die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit kann jedoch mit 69 % als primäres Ziel konstatiert werden, gefolgt von Umsatzsteigerung 61 % und Kosteneinsparung 55 %. Weitere relevante Aspekte sind die Produktivitätserhöhung, datenbasierte Planung und Unterstützung bei der Entscheidungsfindung. Durch diese vielfältige Auswahl wird deutlich, dass Big Data nicht nur der Verfolgung eines einzelnen Zieles dient, sondern vielmehr eine allgemeine Optimierung in Geschäftsprozessen mit sich bringen kann.

Zurzeit nutzen viele Unternehmen noch nicht die Big-Data-Analysen – aus unterschiedlichen Gründen. Einige der genannten Gründe sind in ein unzureichendes Budget, nicht eindeutig definierte Verantwortlichkeit und mangelnde Big-Data-Kompetenzen. Viele Teilnehmer gaben jedoch an, dass der gesamte Umgang mit Big Data zukünftig ausgebaut werden soll: 67 % der Befragten waren der Meinung, dass das Budget für Big Data erhöht werden sollte, 95 % wünschten sich, bestehende Defiziten im Umgang mit Big Data durch Best Practices oder Trainings zu entgegenzuwirken. Hier können Sie die gesamte Studie einsehen.

Zum Profil von SEO

Bildquelle: geralt@pixabay/ Lizenz: CC0

Big Data Studie – IDC (International Data Corporation)

Eines der größten Probleme stellt die Definition von Big Data dar. Was fällt alles in den Bereich? IDC beschreibt Big Data als „neuartige Ansätze und Architekturen für den Umgang mit großen Datenmengen, unterschiedlicher Dateiformate und Datenquellen, die mit herkömmlichen Methoden und Vorgehensweisen (Datenarchitektur, Datenorganisation, Datenmanagement, Datenanalyse und Datenpräsentation) nur unzulänglich bearbeitet werden können“[1].

Um diese Datenmengen analysieren und nutzen zu können, bedarf es nicht nur eines geeigneten Analytics-Tools, sondern ebenso Fachkräfte. Dieser Aufwand ist für viele Unternehmen (noch) zu groß. 28% der Unternehmen stellen die Speicherknappheit und veraltete Daten als eines der aktuell größten Probleme dar. Über die Hälfte der Befragten empfand die Speicherung großer Datenmengen in der Big-Data-Diskussion als relevant. Dies gilt insbesondere, da die Mengen immer weiter wachsen werden. Fast ebenso wichtig wurde die richtige Analyse dieser Daten eingestuft. 43% der befragten Unternehmer gehen davon aus, dass mit Big Data eine Verbesserung des Informationsmanagement einhergeht.

Ergebnisse der Big Data Studie vom IDC

Die Herausforderung, einen geeigneten Umgang mit Big Data zu entwickeln, bleibt in den meisten Unternehmen nach wie vor bestehen. Dies hat unterschiedliche Gründe: Fachkräftemangel, knappes Budget, fehlende Technologie etc. Insgesamt lässt sich jedoch ein Trend abzeichnen, der eine zukünftig vermehrte Auseinandersetzung mit Big Data andeutet. Die IDC geht davon aus, dass Big Data in einigen Jahren einen ebenso großen Stellenwert in Unternehmen einnehmen wird, wie beispielsweise Cloud Computing oder Social Media. Die Studie und detaillierte Ergebnisse finden Sie hier.

_________________________________
[1] Studie von der IDC: „IDC-Studie: Big Data – Business Value in deutschen Unternehmen auf dem Prüfstand“

SHARE ONShare on FacebookTweet about this on TwitterGoogle+